Mittwoch, 23. Januar 2013

Der schwimmende Schrein - Miyajima - The swimming shrine

Wieder habe ich eine Tageskarte, diesmal für Straßenbahn und Fähre. Und nun fahre ich über Land mit der Tram, die hier Streetcar heißt, bis nach Miyajimaguchi und dann weiter mit dem Boot bis zur Insel mit dem großen Schrein Itsukushima und dem Tori, das, wie die gesamte Schreinanlage bei Flut im Wasser steht, und somit zu schwimmen scheint.

Angekommen verteilen sich die Menschenmassen, ein Teil strebt zum Schrein, denn es ist Neujahrsfest. Alles strömt in die Tempel und Schreine, um für Glück, Gesundheit, langes Leben, Geld, Glück, Gesundheit und was man noch so braucht, zu beten. Der Rest geht einkaufen, es gibt lecker Essen, warm und kalt und hier auf der Insel sind Austern die kulinarische Spezialität.

Ich reihe mich vorerst in die Schlange zum Schrein ein, allerdings eher weiter vorne. Zwischendurch musste ich immer mal ausscheren, um zu fotografieren, und hab mich dann wieder dem stetigen Strom der Leute angeschlossen. Ein kleines Stück weiter vorn....

Alle Gebäude des Schreins sind auf einer hölzernen Plattform errichtet, deren hölzerne Pfeiler im Wasser, bei Flut und im Watt, bei Ebbe stehen. Alles ist miteinander verbunden durch überdachte Gänge und ständig gibt es wechselnde Aussichten auf das große Tori, das gerade noch recht weit im Wasser steht und die Stadt Hiroshima im Hintergrund.

Vorbei an der Haupthalle des Schreins und der großen Bogenbrücke, die früher die einzige Verbindung zur Insel war, geht es durch weitere Korridore, in denen Glücksbringer und Amulette und Souvenirs verkauft werden und dann betrete ich die Insel erneut und plötzlich ist irgendwie ganz viel Platz.

Ich steige etwas bergan und gelange zu einer zweistöckigen Pagode und habe einen tollen Rundumblick auf die Schreinanlage, die fünfstöckige Pagode, den Strand, das Tori und auf Hiroshima. Und während es bei der Überfahrt noch trüb und regnerisch war, scheint nun die Sonne und alles ist hell.

Nun ist eher Ebbe als Flut und ich kann bis auf ca 25 Meter an das Tori heran, dort wo vor kurzem noch Leute lang gepaddelt sind, kann ich nun spazieren gehen.

 

Anschließend drehe ich noch eine Runde durch die zwei Haupteinkaufsstraßen und beobachte, wie eines der zahmen Rehe, die sich die Insel mit den Menschen teilen müssen, einen kleinen Jungen beißt, der ihm zuvor am Schwanz gezogen hat. Nun ja, es sind eben lebende Tiere und keine Tamagochis.

Nun geht auch bald die Sonne unter und die Regenwolken kommen zurück, da mache ich mich auf den Heimweg. Schön war's.

 

And again I have a day ticket, this time for tram and ferry. And now I go overland with the tram wich is called streetcar here, to Miyajimaguchi and than by boat to the Island with the big shrine named Itsukushima and the tori, wich stands in the water while high tide and, like the whole shrine complex, seems to swim than.

When arrived the mass of people do separed, one part is heading for the shine, because it's New Year's Day, and there for the best time to visit the temples and shrines and pray for good luck, health, a long life, money, good luck, health and what else is needed. All the other go for shopping, there is a lot of tasty food, hot and cold and here at the island is the gastronomic special the oyster.

I do queue the line for the shrine, but a bit more forward, and sometimes I have to leave the line to take pictures, and than go back, a bit more forward....

All the houses of the shrine are build on wooden platforms and the pillars are complete in the water at high tide and standing on the sand, when the water is gone. That's why it looks like the shrine is swimming. All houses are connected with roofed hallways and there are changing angles to look at the great tori, wich is now in the water and the city of Hiroshima in the background.

After passing the main hall of the shrine and the big bow bridge, wich was in former time the only way from the shrine to the island, there are more hallways where lucky charms, amulets and souvenirs were sold and than I enter the island again and suddenly everything is wide.

I go uphill and there is a double floor pagoda and I have a wonderful look at the shrine area, the five floor pagoda, the bay, the tori and Hiroshima. And while it was grey and rainy during the journey with the ferry boat is it now sunny and bright.

And now it's nearly low tide and I can go to the tori up to 25 metres or so and where just people were paddling by boat one can now walk by feet.

Now I'm strolling a bit throught the both shopping streets and watch a tame deer, wich have to share the island with humans, biting a boy who was pulling it's tail. Well, they are living animals, no tamagochis at all.

Soon there will be sunset and the rain clouds are coming back, I will go home. It was beautiful.

 

Stadtbummel per Straßenbahn - Hiroshima - Strolling through town by Tram

Hiroshima hat mit 9 Straßenbahnlinien, die das Gebiet der Innenstadt abdecken das größte Straßenbahnnetz Japans. Da erwerbe ich eine Tageskarte für 500¥ (4,18 €) und los geht es. Zuerst zum Hafen, mal sehen, wie es dort aussieht. Auf dem Weg dorthin begegnen wir einem historischen Straßenbahnwagen, der für König Pilsner wirbt und nach Dortmund fährt. Steht jedenfalls vorne dran. Aber ich fahre jetzt erstmal weiter zum Hafen, der heute ziemlich ruhig ist, noch ist Hauptferienzeit und die Fähren sind gerade alle weg oder noch nicht da. Der Hafen liegt eingebettet in einer großen Bucht zwischen grünen Hügeln und vom Dach des Terminals habe ich einen tollen Ausblick auf die Stadt und den Seto Inlandsee. Danach suche ich mir wieder eine Straßenbahn, diesmal das Model "modern & chic". Die Ausführung "historisch - antik" hatte ich bereits für die Herfahrt genutzt. Nun zurück ins Stadtzentrum, das teilweise unterkellert ist und eine riesige Shopping Mall beherbergt.

Aber ich will gar nicht einkaufen, ich will nun zur Karpfenburg, dem Ursprung der Stadt. Hier war der Wohnsitz der Asano Familie bis zur Meiji Restauration. Um diese Burg, für die 1589 der Grundstein gelegt wurde, wuchs die Stadt herum. Der Burgturm, der aus Kiefernholz gebaut ist, wurde beim Atombombenabwurf komplett zerstört und 1958 wieder erbaut. Er dient heute als Museum für die Geschichte der Stadt bis 1945, ist aber gerade geschlossen. Es ist der letzte Tag des Jahres 2012 und somit Feiertag.

Das Burggelände, einst von drei konzentrischen Wassergräben umschlossen, ist heute viel kleiner als einst. Zwei der Gräben wurden zugeschüttet und der so gewonnene Raum für Wohnhäuser, Büros, Geschäfte und Schulen genutzt und bildet heute einen großen Teil der Innenstadt dieser modernen Metropole.

Einige Gebäude wurden nach 1945 im innersten Ring der Festung wieder aufgebaut, so auch der Shinto Schrein Hiroshima Gogoku im Jahr 1965.

An und vor diesem Schrein wird auch jetzt gerade viel aufgebaut, Buden, Stände, mobile Küchen, denn heute Nacht werden viele Besucher zum Neujahrsfest erwartet und alle sollen mit allerlei kulinarischen Leckereien verköstigt werden.

Auch hier ist die Atombombe allgegenwärtig, wie überall in der Stadt. Auf dem Burggelände befand sich das Oberkommando der in Hiroshima stationierten Truppen des Kaiserreichs und ein Bunker, aus dem am 6. August 1945 Fernmelder der Armee, unterstützt von mobilisierten Studentinnen eines Mädchengymnasiums die ersten Radioübertragungen nach dem Bombenabwurf gesendet haben. Von den Gebäuden der Heerführung gibt es nur noch die Grundmauern, das ist was bleibt, wenn der Krieg geht.

Auf meinem Rückweg zum Hotel komme ich noch am Gebäude der Bank von Japan vorbei, dem zweiten Steinbau, der innerhalb eines Kilometers vom Hypozentrum erhalten blieb, zwar beschädigt, aber funktionsfähig, und ab dem 8. August wurde dort wieder gearbeitet. Und gleich daneben die Statue einer wunderschönen Friedensgöttin.

 

Hiroshima got with 9 tram lines, wich cover the city center, the largest tram net in Japan. So I get me a day ticket for 500¥ ( 4,18 €, 5,57 $) and on I go. First to the port, to find out how it looks like. On the way we meet a historic tram with König Pilsner commercial on it and it goes to Dortmund, so tells the display. But I want to see the port, it's really quiet here, it's main holiday season here and the ferryboats are all gone or not yet arrived. The port is embettet in a bay surrounded by green hills, and from the rooftop of the terminal building I have a phantastic view onto the city and the Seto Inland Sea. Now I go for another tram, this time I choose the model " modern & chic", the design "classic-antique" I already used for my way there. Now back to the city center, wich got a partially underground level with a giant shopping mall.

But I don't want to shop now, I want to see the Koi Castle, the cradle of the town. Here lived the Asano family until the Meiji Resturation, and the city was growing around this castle wich was founded in 1589. The tower was build from pinewood and completely destroyed by the atomic bomb and new build in 1958, today it's a museum about the history of the city until 1945. But it's closed due to holiday, it is the last day of 2012.

The castle grounds, surrounded by three concentric water ditchs in former times, are much smaller today than it was in elder times. Two of the ditchs were filled and there are now living houses, offices, shops and schools, a big part of the center of a modern motropolis.

Some of the buildings were replaced in the inner circle of the castle after 1945, even the Shinto shrine Hiroshima Gogoku, rebuild in 1965.

Around the shrine a lot of building work is in progress. Soon lots of people will come to celebrate New Year and they shall be feeded with various gastronomic dainties, so they build stalls, kiosks and mobile kitchens.

Even here the Atomic bomb disaster is present, like everywhere in the city. The castle area housed the headquater of the imperial troops and an concrete bunker, from were the signal service of the army supported by mobilized students from a girl's school sent the first radio report after the bombing. From the buildings of the headquater only the foundation walls remains. That's what left when the war is gone.

On my way back to the hotel I passed the house of the Hiroshima Branche of the Bank of Japan. The second stone building wich survived the Atomic blast within one kilometer of the hypocenter. It was damaged, but still in funtional and started work again at the 8th of August 1945. And near there is a statue of a wonderful goddess of peace.