Sonntag, 30. Oktober 2016

Ueno Zoo

Mein Patenkind wird zwei Jahre alt und wir wollen ihren Geburtstag feiern. Noch ein Grund für meine Japan-Reisen im Oktober. Letztes Jahr um diese Zeit war ich hier im Mickey-Mouse-Land (http://fraumb-far-far-away.blogspot.jp/2016/04/gespenster-im-mickey-mouse-land-ghost.html) und dachte, das wäre ein schöner Geburtstag für Lydia. Nach etwas hin und her reden, meinten die Eltern, vielleicht lieber der Zoo, weil das Kind abends, wenn die Paraden stattfinden, sonst schon müde ist und schläft oder heult. Ich dachte so, ooch nö, kein Zoo. Aber Lydia soll zufrieden sein.
Der Zoo im Ueno Park ist winzig und nicht gut beleumundet. In einem Video wurde gezeigt, wie ausgebrochene Tiere wieder eingefangen werden. Dazu zog ein Mitarbeiter ein Tigerkostüm aus dem Halloween-Ausverkauf an und sprang geschmeidig auf den Parkwegen herum, bis die alarmierten Tierpfleger ein Netz aufspannten und er sich darin verhedderte. Mission erfüllt. Spaß und Gaudi? Kann sein, aber so humorvoll schätze ich die Leute hier nicht ein. Hatte eher den Eindruck, dass hier ein Wildtier und ein Tamagotchi verwechselt wurde.
Also, gehen wir in den Zoo. Der Eintrittspreis ist mit 600¥ (5,20€) sehr moderat und es gibt zahlreiche Familien und Schulklassen hier. Die Anlage ist sehr alt und kann nicht erweitert werden. Sie stammt noch aus einer Zeit, als der Zoobesucher die Tiere ansehen sollte, nicht beobachten. Die Käfige und Gehege sind winzig, wie die Wohnungen der Leute hier, es gibt kaum Bepflanzung und einige Tiere sehen echt ramponiert aus. Etwas besser war die Unterbringung der Hühner und Meerschweinchen.
Als Park hingegen ist der Zoo schön. Also, warum nicht die Käfige abbauen und stattdessen einen Abenteuerspielplatz mit Tierfiguren errichten. Einziges Plus, ich konnte die fünfstöckige Pagode aus der Nähe sehen.
Nächstes Jahr, Lydia, gehen wir zu den Mickey Mousies, die werden artgerecht gehalten.



















































My godchild turns two and we want to celebrate her birthday. Another reason why I come to Japan in October. Last year, same time I went to the Mickey-Mouse-Land (http://fraumb-far-far-away.blogspot.jp/2016/04/gespenster-im-mickey-mouse-land-ghost.html) and had the idea, that would be great for Lydia's birthday. After talking there and back, the parents were like, why not the zoo. Because in the evening, when the parades take place, the child would be tiered and sleepy or worse cranky. I thought, oh nooo, no zoo, pleeeease. But Lydia shall be satisfied.
The zoo in Ueno Park is tiny and got a bad reputation. In a video was shown, how the staff is exercising to catch a broken out animal. One of them pulled over an tiger costume from the Halloween sale and was jumping in good mood around the park and the others were chasing him and put up a net and did catch him. Mission completed. Fun? Joke? Could be, but mostly they don't appear that humorous. Seems more, they can't tell the difference between a wild beast and a tamagotchi.
Let's go to the zoo. The entry fee, 600¥ (5,20€/5,70$) is quite moderate and so there are many families and school kids. The facilities are old and the place can't be enlarged. It's from a time, when visitors wanted to see the animals, not to watch them. The cages and compounds are small, like the apartments for humans here, there is nearly no planting in and some animals look really battered. A bit better was the place for the guinea pigs and the chickens.
As a park the zoo is beautiful. So, why not tear down all the enclosures and make an adventure play ground out of it, with a lot of animal sculptures. One good thing, I finally could see the five storey pagoda from near.
Next year, Lydia, we go and see Mickey Mouse and friends, they are kept species-appropriate.

Samstag, 29. Oktober 2016

Hin und zurück - Hong Kong - There and back

Gewöhnlich mache ich um meinen Geburtstag kein Bohei, schließlich kommt der jedes Jahr, also nix Neues. Gewöhnlich bin ich um diese Zeit verreist, und drücke mich somit um Vor- und Nachbereitungen und Gratulationscouren, bei denen ich immer nicht weiß, was ich sagen soll. Außerdem bin ich der unerschütterlichen Überzeugung, dass alle meiner Mutter gratulieren müssen. Es war ihr großer Tag. Auch diesmal bin ich verreist und auch diesmal hatte ich keine speziellen Pläne. Alles ganz entspannt.
Dann fiel mir auf FB eine Ankündigung eines Konzertes auf, eine meiner favorisierten Bands spielt an meinem Geburtstag, wenn ich in Japan bin. Nett. Außer, dass sie in Hong Kong spielen, wenn ich in Japan bin. Blöd! Ich frage gleich mal meine Bekannte Sarah, die auch gute Musik zu schätzen weiß, ob sie nicht auch Lust auf Konzert hat, nach kurzem Überlegen sagt sie ja, und gewinnt gleich mal für uns in der Lotterie ein A-Ticket. Das heißt, man darf eher rein und muss nicht so lange vor der Tür warten, sondern in der Halle und im Anschluß sind die Musiker so freundlich, ihre Namen auf ein Poster, eine CD oder was auch immer man zur Hand hat, zu schreiben. Also, guter Plan.
Ich fliege vormittags von Tokyo los und nein, Hong Kong ist nicht gleich ums Eck. Der Flug war billig und der Flieger auch. Wenig Platz, Essen und Trinken nur gegen Bezahlung. Fünf Stunden später landen wir in Hong Kong, das gehört offiziell zu China, aber das war nicht immer so. Im Gedenken an vergangene Zeiten sprechen die Leute hier Englisch, also auch Chinesisch, aber das hilft mir nicht. Aber gleich fühle ich mich nicht so verloren und wenige Momente später, fühle ich mich wie zu Hause in Berlin. Am Busterminal will ich einen Busfahrschein erwerben und da ich gerade aus Japan komme, dem Land in dem jede Handlung mit fünf Verbeugungen begleitet wird und wenn man drei Minuten in der Reihe wartet, man allerhöflichst um Entschuldigung gebeten wird, bin ich dezent indoktriniert. Ich lächele die Frau am Fahrkartenschalter freundlich an und erkläre ihr langatmig, dass ich einen Busfahrschein zu erwerben wünsche. Sie hält die Hand auf und sagt: Geld. Kurz, knackig und wie zu Hause.
Der Bus fährt vom Flughafen in die Innenstadt, wobei das nicht ganz stimmt. Hong Kong besteht aus mehreren Inseln, die sehr bergig sind und da wo kein Berg oder Hügel oder Abhang ist, das stehen Häuser, riesig, gigantisch, phenomenal. Und schrieb ich im letzten Blogeintrag der Sommer wäre vorbei, von wegen - 29 °C und Sonne und Wolken im Wechsel. Der Veranstalter hat übrigens auf seiner Webseite angedroht, wenn ein Taifun kommt, fällt die ganze Veranstaltung ins Wasser? Nicht euer Ernst? Das Konzert findet doch nicht am Strand statt. Aber alles ist gut, und die Wegbeschreibung der Dame von der Touristeninformation am Flughafen war so gut, dass ich mit einem ganz kurzen Umweg gut ans Ziel kam.
Das Konzert findet in einem Convention-Center statt, sieht aber eher nach Einkaufszentrum aus. Und hier wartet Sarah schon auf mich und entgegen unserer Befürchtungen sind wir nicht die Einzigen, die auf das Konzert wollen, aber es ist noch Zeit, Zeit zum Erzählen, zum Fotos machen, zum Kaffee trinken. Pünktlich werden wir in Reihe aufgestellt und dann nach draußen geführt, um dann geordnet wieder einzumarschieren. Ich bin ja immer leicht beeindruckt von dieser Art der Organisation, in Berlin bin ich da ganz tiefenentspannt, ich komme als Letzte, gehe aber meist als Erste. Hier hatten wir gute Sicht auf die Bühne, denn wir standen sehr weit vorne. Ich war dann gespannt, wie der Sound sein würde, denn der ist meist im hinteren Bereich besser. Die Halle wurde voll, wir haben geschätzt 600 Leute, alle schick zurecht gemacht und als die Band auf die Bühne kam, gab es kein Halten mehr. Die Fans waren klasse, erfreut, enthusiastisch und rebellisch - keine Fotos während des Konzerts? Nicht mit uns! Hat mir gefallen. Habe die Band auch schon in Tokyo live erlebt, und auch da waren die Fans begeistert, aber auch sehr verbissen, als ob das Fan-sein eine schwierige Arbeitsaufgabe ist, die es zu bewältigen gilt. Hong Kong war da eher locker drauf und das Konzert war großartig. Ich fand, auch die Musiker waren lockerer, aber das ist mein Eindruck. Und plötzlich war es vorbei, ooch nö. Obwohl, es waren fast eineinhalb Stunden, es gab noch eine kurze Zugabe, die etwas abrupt zu Ende ging und dann hat irgendeine Spaßbremse das Licht wieder angemacht. Aber ich komme nicht umhin, das war das längste und coolste Geburtstagsständchen jemals - Danke Moi Dix Mois. Anschließend gab es noch ein Meet & Greet, so mit Hände schütteln und Hallo und Danke sagen und dann war Schluß. Wir waren begeistert!
Meine Bekannte fährt dann in ihr Hotel und ich mach mich auf den Weg zum Flughafen. Und nun bin ich faszieniert, wie wenig Geld hier Dienstleistungen kosten, zur Erinnerung, ich kam gerade aus Japan. Vom Flughafen Narita mit dem Taxi in die Stadt kostet fast so viel wie ein Flug nach Hong Kong, hier bezahle ich weniger als in Berlin. Nachts um 2 Uhr geht es dann zurück nach Tokyo, glücklicherweise ist der Flieger nicht so voll, so dass ich etwas entspannter sitzen kann. Und hier sehe ich wieder, wie verwöhnt wir in Europa sind, nach fünf Stunden Flug haben wir den halben Kontinent überflogen und wahrscheinlich drei bis fünf verschiedene Länder. Hier ist man nach fünf Stunden gerade beim Nachbarn an der Haustür. Und morgens, als wir über dicke weiße Wolkenteppiche fliegen und der Fuji seinen Kopf durch die Wolken steckt und Tokyo und mein bequemes Bett im Hotel nicht mehr weit sind, denke ich, dass es schon ganz schön verrückt ist, zehn Stunden Flug für eine Stunde Musik und einen Einkaufsbeutel mit Aufdruck. Und ich denke, dass es jeden Cent wert war. Ich wäre sonst nie auf die Idee gekommen, nach Hong Kong zu fliegen. So eine verrückte, unglaubliche und phantastische Stadt. Ich komme wieder, und nochmal Danke Moi Dix Mois, Danke Mana, sehr inspirierend.
English version below.


































Normally I don't do any brouhaha about my birthday, it's an annual thing and nothing special. Usually I'm traveling around this time to avoid all the pre- and post-paration, plus the reception, when I always not know, what to say. And I do have the steadfast conviction, that my mother is the one, who should get all the congrats. It was her big day. Also this time I'm on a ride and also I don't have particular plans. Everything is chillaxed.
Then I saw on FB an announcement about a concert of one of my favourite bands, they play at my birthday when I'm in Japan. How nice. Only, they play in Hong Kong while I'm in Japan. Daft. I instantly asked my friend Sarah, who appreciates good music too, if she is in the mood for a live and after a moment of thinking, she said yes, and just won us an A-ticket. That means you can come in early and don't have to wait outside, but inside the venue, and afterwards the musicians will be so kind writing their names on a poster, a CD, or whatever you got in your hand. Great plan.
I'm starting in Tokyo forenoon, and no, Hong Kong is not just around the corner. The flight was cheap, the plane is it too, less space and food and drinks only for money. Five hours later we arrive in Hong Kong, which belongs official to China. But that wasn't like that all the time and in memories of what was once, people do speak English, they speak Chinese too, but that won't help me. Soon I don't feel that lost and a couple of minutes later I feel like home. I, coming right from Japan, a place were people bow down five times no matter, what they are doing and after waiting in line for three minutes they do apologise, am slightly indoctrinated. I'm smiling at the lady at the bus ticket counter and ask very politely for a bus ticket, she holds her hand open and says: money. Yeah, short, precise, like home in Berlin.
The bus goes from the terminal to the city centre, but that's not really correct. Hong Kong is several islands and it's mountainous and on places where is no mountain, hill or slope, there are houses, huge, gigantic, phenomenal. Did I wrote in my last blog entry the summer is gone, no way, it's 29 °C/85F, sun and cloud in shift. The operator by the way menaced, if there is a typhoon coming, the event will be cancelled. Earnestly? C'mon, the live won't take place at the beach. But it's all fine, and the explanation I got from the lady from the tourist information was quite good and with only one short detour I finally got to the venue.
The concert will take place in a convention centre, but it appears more like a shopping mall. And here Sarah is waiting for me and against our concerns, we are not the only one, who wants to go to the live. But there is plenty of time still, time to chat, to take pictures, to have a coffee. And just in time we were put in line, lead outside to be lead in again to enter the venue. I'm always kind of impressed with this way of organisation, because at home I'm the last to come, but leave as one of the first. Here we had a good view onto the stage, because we were standing nearly in front. I was courious about the sound, because that is mostly better in the back of the hall. The venue filled up, we guessed about 600 people, everyone dressed to kill and as the band entere the stage the hell broke out. The fans were great, jouyful, enthusiastic and rebel - not pictures during the live? No way! I liked that. I've seen the band before playing in Tokyo and there too the fans were excited, but also eager, like being a fan is a huge job assignment and it has to be done. Hong Kong war more relaxed and the live was gorgeous. I even had the impression, the musicians were more easy-going. And suddenly it was over, noooope. But at least, it was about 90 minutes and then was a short encore what ended a bit sudden too and then some buzzkill turned on the light. But I can't deny it, it was the coolest and longest birthday serenade ever - thanks Moi Dix Mois. After that was a meet and greet with the band, with shaking hands and saying hello and thank you on both sides. And that's it. We were delighted.
My friend will go back to her hotel and I will go to the airport. And I'm a bit fascinated how cheap service is, remember, I just came from Japan. From Narita Airport into the city by taxi costs nearly the same like a flight to Hong Kong, here I pay for a taxi less then in Berlin. At 2am I go back to Tokyo and luckily the plane is not that crowded, so I can sit more comfortable. And I realise again, how spoiled we are in Europe, after a flight of five hours we nearly crossed the whole continent and flew over three till five countries. Here around after five hours you just reach the neighbour's threshold. And in the morning, when we flew over thick white cloud carpets and Mount Fuji stick its head out of the clouds, and Tokyo and my comfy bed in the hotel isn't that far anymore, I was thinking, that it's really crazy, flying for 10 hours for about an hour of music and a tote bag with a print on. And yes, it was worth every single cent. I never ever had the idea to go to Hong Kong, such an amazing, crazy, phantastic place, I will come back. Again, thanks Moi Dix Mois, thanks Mana, very inspiring.