Donnerstag, 30. Oktober 2014

Tokyo in Überblick - Tokyo on round-up

Tadaima - ich bin zurück gekehrt. Ich bin wieder hier in Tokyo, im Moment einer der liebsten Plätze für mich. Den Nachmittag habe ich im Krankenhaus verbracht, ich habe Kriss besucht, sie erwartet ein Baby und es gab leichte Komplikationen, die durch den Aufenthalt in der Klinik in schwerere Komplikationen verwandelt wurden. Glückwunsch ans Personal dafür. Und für mich wieder eine Erinnerung daran, wie gesegnet ich bin, so arbeiten zu können, wie ich es tue, zu meinem Besten und zum Wohl meiner Klienten. Der Besuch hier ist wie eine Zeitreise in die 80er bei uns, und nachdem wir im Ultraschall gesehen haben, dass das Baby aussieht wie die Mutter, verlasse ich meine Freundin und kehre, mit dem Versprechen, bald wieder auf Besuch zu kommen, in die Jetztzeit zurück.
Ich mache einen Abstecher nach Odaiba. Hier war ich schon oft, weil es mir hier so gut gefällt. Ich liebe es, am Odaiba Beach stehn und auf die Rainbow Bridge zu schauen (http://fraumb-far-far-away.blogspot.jp/2012/12/alles-schon-bunt-hier-odaiba-beach-so.html).
Nun ist es schon später Abend, ca 18.30 Uhr und darum dunkel, aber die Fahrt mit der Monorail ist immer wieder ein Erlebnis und erinnert mich an meinen allerersten Tag in Tokyo. Ich will wieder zum Riesenrad und Tokyo im Regen von oben sehen. Meine Vorstellung von Spaß, in 115 Metern Höhe in einer Gondel des Riesenrades hin und her schaukeln, juchhe. Den Tag ausklingen lasse ich im Venus Fort (http://fraumb-far-far-away.blogspot.jp/2011/12/spaziergang-durch-odaiba-walk-through.html). Leider diesmal nicht ganz so opulent erleuchtet wie beim ersten Mal, als ich hier war, aber ist ja auch schon kurz vor knapp, gleich gehen hier eh alle Lichter aus. Der Regen hat fast fertig geregnet, ab morgen scheint die Sonne. Ich fahre ins Hotel zurück. Meine Vorstellung von einem perfektem Geburtstag.
























Tadaima - I am back. I'm in Tokyo again, at the moment one of my favorite places at all. The afternoon I spent in the hospital, I saw my friend Kriss, she is expecting a baby and there were slightly complications, meanwhile there are more serious complications thanks to the careless staff of the clinic. Congrats for that, peeps. A reminder for me, what a blessing it is, to be able to work like I do, for my own best and the benefit of my clients. The visit here is like a time jump back in the 80s at my place. And after we learned during the scan, that the baby looks like her mother, I'm leaving my friend with the promise of a soon revisit and return into the present time.
I do go to Odaiba, I've been here often, because I love it. I like much standing at Odaiba Beach and looking at the Rainbow Bridge (http://fraumb-far-far-away.blogspot.jp/2012/12/alles-schon-bunt-hier-odaiba-beach-so.html).
Now it's already late evening, about 6.30pm and it's dark outside, but the ride with the monorail is always an adventure and reminds me of my very first day in Tokyo at all. I want to go again to the giant steel wheel and want to see Tokyo from high above in the rain. My idea of fun, swinging at the height of 115 meters in a gondola of a giant steel wheel, heyday. I will end the day at Venus Fort (http://fraumb-far-far-away.blogspot.jp/2011/12/spaziergang-durch-odaiba-walk-through.html). It's a bit pity, it's not that illuminated like the first time I saw it, but now it's nearly show down and they will close soon. The rain starts to stop, tomorrow will be sunshine and I'm going back to my hotel. Another perfect birthday.

Rathaus - Mühlhausen - Town Hall

Bevor wir zurückkehren nach Berlin, ist noch Zeit für einen kurzen Stadtrundgang. An manche Orte und Gebäude kann ich mich erinnern, and manches nicht, und vieles hat sich verändert, seit ich als Teenager zuletzt hier war. Gut, dass ich mit meinen Eltern, und besonders mit meinem Vater an der Seite einen kundigen Reiseführer habe.
Auf unserem Weg zu lecker Kaffee und Kuchen, schließlich liegt das Frühstück schon ein oder drei Stunden zurück und der Sektempfang bei der Tante ist auch Geschichte, kommen wir am Rathaus vorbei. Meine Mutter hat uns das unbedingt zeigen wollen, denn ihr gefallen die Wasserspeier auf dem Dach so gut. Die Idee war prima, die Wasserspeier sind exquisit. Eine Erweiterung eines Konglomerats aus Baustilen und Ornamenten, welche ein ohnehin schönes Ensemble noch verschönen.
Das Rathaus ist alt, ganz schön alt. Wahrscheinlich um 1256 war Baubeginn und das Gebäude diente zu Beginn als Markthalle. Im Jahr 1310 wird es erstmals urkundlich erwähnt. Im Untergeschoss gab es eine gotische Kapelle, heute kann hier geheiratet werden. Später, im 14. Jahrhundert wurde der gotische Bau erweitert, es entstanden die Rathaushalle und die große Ratsstube. Da am Sonntag niemand in der Verwaltung bereit war zu arbeiten, konnten wir diese nicht besuchen. Der einzige Minuspunkt für's Rathaus.
Um die Mitte des 17. Jahrhunderts wurde auf der Ostseite weitergebaut, es entstanden die Kanzlei und die Silberkammer. Mühlhausen hatte Stadtrecht und damit auch die Erlaubnis eigene Münzen zu prägen. Nun wurde noch im Süden gebaut und das Renaissanceportal von 1596 ist heute der Haupteingang. Seit 1614 befindet sich hier das Reichsstädtische Archiv. Es gibt an der Nordseite noch ein weiteres Renaissanceportal von 1606. Auch in den folgenden Jahrhunderten wurde an und umgebaut, im 18.Jahrhundert kam der Ratskeller dazu, ganz wichtige Institution. Und vor kurzem zogen die Drachen aufs Dach. Und, was ich persönlich besonders spaßig finde, unter dem Rathaus hindurch fließt der Stadtbach, die Schwemmnotte.
























Before we are leaving to return to Berlin, is time for a little stroll through the old city center. I do remember some places, and some not and a lot did change since I was here last time, when I was a teenager. But no worry, we can't get lost, we have well skilled travel companions, my parents, especially my father.
On our way to coffee and cookies, it breakfast is a bit long ago, an hour or three and the champagne reception at auntie's house is already history, we pass the town hall of Mühlhausen. My mother desperately wished to show that because of the gargoyles. And right she was, they are gorgeous. An extension of the agglomeration of architectural stiles and ornaments, which makes something beautiful more beautiful.
The town hall is old, really very old. The may start to built he house back in 1256, and in first place it was a market hall. The first mention in a document was 1310. In the basement of the gothic building was a chapel once, today people can merry here. In the 14th century they were enlarging the building and the council chamber and the town hall office accrued. Unfortunaly no one of the clerks was willing to work on Sunday, so we couldn't see that, it's the only black mark flor the town hall.
In the middle of the 17th century they were building some more, this time at the south side, a chancery and a silver mint was needed. Mühlhausen was a free imperial city and got the right to coinage. The renaissance portal from 1596 is the main entry today. Since 1614 is in the new build eastern wing the imperial city archive. And another renaissance potal arose in 1606 at the north side. And they built some more, in the 18th century the Ratskeller, something very important. And at least in our time the dragons moved to the roof. And last, funny in my eyes, under der building the city creek is flowing, the Schwemmnotte.

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Mühlhausen - Marienkirche - Mary's Church

Die Marienkirche ist wie drei in einem, Gedenkstätte für Thomas Müntzer (http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Müntzer), Teilzeit-Gotteshaus und Mini-Museum. Außerdem ist sie schön. Imposant. Ein Meisterwerk der Gotik. Nach dem Erfurter Dom die zweitgrößte Kirche Thüringens. Mit beinahe 87 Metern hat sie den höchsten Turm des Bundeslandes. Erbaut wurde die Kirche mehrheitlich im 14. Jahrhundert, aus einheimischen Travertin. Sie ist eine fünfschiffige gotische Hallenkirche, das Mittelschiff ist riesig, die Seitenschiffe halbriesig. Das Querschiff ist so lang, wie die Kirche breit ist, die Türme sind am Anfang quadratisch, später achteckig.
Das Innere der Kirche ist prachtvoll in seiner Schlichtheit, und immer wieder bin ich auf bizarre Art fasziniert, dass Menschen so wunderbare Bauwerke erschafft haben, zu Ehren eines Gottes, den sie so fürchteten und draußen vor dem Kirchtor sich gegenseitig so viel Unschönes antaten.
Sehr beeindruckend auch die Orgel, aber gerade hatte niemand Muße, darauf zu spielen. Würde schon gerne mal hören, wie es hallt.
Da die Kirche keine Pfarrkirche mehr ist, seit 1975 nicht mehr, kann sie nun als Gottes- und Menschenhaus genutzt werden. Hier finden Konzerte statt, oder Ausstellungen, zur Zeit: Umsonst ist nur der Tod! - Alltag und Frömmigkeit am Vorabend der Reformation, und es gibt eine Ausstellung über die Steinmetzkunst. Und zu hohen kirchlichen Feiertagen werden hier auch Gottesdienste gefeiert.
Und natürlich ist die Kirche die Gedenkstätte für Thomas Müntzer, den Reformator und Prediger, der den Bauern gepredigt hat, sich zu erheben, gegen die, die ihnen nehmen, was sie selber nicht erarbeiten (http://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Bauernkrieg). Natürlich ging die Schlacht, die den Bauernkrieg beendete verloren, aber die Reformation kam und mit ihr ein wenig Licht in die Welt und den Geist der Menschen. In der DDR wurde Thomas Müntzer als Held verehrt, naturgemäß ließ das dann in den 90er Jahren nach, aber wer weiß, was die Zeit bringt und vielleicht kommen Menschen, die sehen können, was er geleistet hat, ohne ihn zum Superhelden stilisieren zu müssen.
Nun noch ein Rundgang um die Kirche, besonders auffallend ist das Südportal, einstmals der Haupteingang, was an sich schon ungewöhnlich ist, und auf dem Scheinaltan stehen König IV. nebst Gattin Elisabeth von Pommern und höfischem Personal, am Nordtor gibt es die Geschichte von den sieben klugen und sieben törichten Jungfrauen. Zur Zeit des Bauernkrieges wurden alle Figuren zerstört und die Repliken stammen von 1900.





















































The Mary's Church is like three in one, it's a memorial for Thomas Müntzer (http://en.wikipedia.org/wiki/Thomas_Müntzer), part time chapel, and mini-museum. Beside that it's beautiful. Impressive. A gothic masterstroke. The second biggest church in Thuringia after the Cathedral of Erfurt. And it's got the highest church tower, nearly 87 meters, of the whole county. Mostly built in the 14th century out of endemic travertine. It's a five-aisled gothic hall church, the nave is huge, the aisles are half-huge. The transept is as long, as the aisles are wide, and the towers starts quadratic and get octagonal then.
The inside is magnificent in it's sobriety. And like always, I'm fascinated in a bizarre way, that people produced such a beauty to honor a Lord they were so afraid of and at the same time outside the church door did so much nasty stuff to each other.
Very impressive is the organ too, a bit pity, that no one was there playing it, I'm really curious about the sound.
The church isn't a parish church anymore since 1975, so it can be used as a house of God and the people. Concerts do take place here and exhibitions, at the moment: Umsonst ist nur der Tod! (Only the death is for free) - everyday life and piety at the dawn of reformation, and there is an exhibiton about art of masonry. And at the high holidays there is a service be held here.
And of course it's a memorial for Thomas Müntzer, the preacher and reformator, who told, preached the peasants to rise up against those, who take away everything from them, and never work for their self (http://en.wikipedia.org/wiki/German_Peasants%27_War). And of course they lost the battle which marked the end of the Great German Peasant's War, but the reformation came and with it a bit light into the world and into the spirit of the humans. Back in the G.D.R. Thomas Müntzer was worshiped like a hero and naturally did that changed with the change of society. But maybe some when people will come and realize what he really did for the people in his time without making him a superhero.
A visit from the outside is interesting too, at first the south gate. The former main entry to the church, what was a novelty, and at a pseudo-balcony we see King Karl IV. with his wife Elisabeth of Pommer and some royal staff. At the north gate we find the story of the seven smart and foolish virgins. All sculptures have been destroyed in the riots of the Peasant's War and those are replica from 1900.