Mittwoch, 19. Juni 2019

Denkmal für die Märtyrer - Paris - Memorial for the Martyrs

Unweit der Kirche Notre Dame auf der Île de la Cité befindet sich auch eine Art Schrein, auch für Märtyrer, aber nicht für Menschen, die sich bewusst entschieden haben, ihre Überzeugung zu vertreten und zu verteidigen und sei es bis zum letzten Atemzug, sondern für Menschen, die von anderen Menschen aus der Gesellschaft ausgesondert wurden, aus ihren Häusern, von ihrer Arbeit, aus ihrem Alltag und am Ende aus dem Leben vertrieben wurden. Es ist das Denkmal für die Märtyrer der Deportation - Mémorial des Martyrs de la Déportation und erinnert an die, zumeist jüdischen Menschen, die zwischen 1941 und 1944 aus Frankreich verschleppt worden. Ich war schon sehr oft hier, aber stets war das Museum geschlossen. Meine Eltern haben es besucht, als sie im Jahr 2000 hier waren und es hat sie tief beeindruckt.
Nun sind wir hier und und betreten den weißen Betonbau über schmale Treppen und gelangen zu einer Plastik, die wie ein herabgelassenes Fallgitter wirkt, generell ist Enge und Dunkelheit oder sparsame Beleuchtung das vorherrschende Thema. Im Eingangsbereich erklärt eine Karte die Anzahl der Deportierten aus den einzelnen Départements und benennt die Orte, an die sie verbracht wurden. 
Die Ausstellung ist eher spärlich an Gegenständen, dafür umso eindrücklicher mit Worten, es gibt Kunstwerke, die die Deportierten erschaffen haben und das Grab eines unbekannten Opfers aus dem Lager Natzweiler-Struthof, das stellvertretend für all die anderen hier bestattet ist. Das Herzstück ist ein langer Gang mit mit über 200.000 leuchtenden Glasstäben, gleichsam die Lebenslichter der unzähligen Opfer der Deportation. 
Durch eine ebenso schmale hohe Treppe verlassen wir das Museum wieder, und so wie sich beim Abstieg das Empfinden einstellt, man verlässt die Welt, die man kennt, kann noch einen letzten Blick auf Wasser und Himmel werfen, wenn auch dieser bereits vergittert ist, bevor man endgültig verschwindet, die meisten für immer und ohne eine Spur, haben wir nun das Gefühl in unsere Welt zurückzukehren, in eine Welt aus Frieden, Freiheit, demokratischer Grundordnung und Wohlstand. An Orten wie diesen wird mir immer sehr bewusst, wie privilegiert ich lebe, einfach so, weil der Zufall der Geburt mich an diesen Ort und in diese Zeit geführt hat. 
Die Menschen damals hatten dieses Glück nicht, oder sie haben sich, ähnlich wie die eingangs erwähnten Märtyrer, entschieden für ihre Überzeugungen zu kämpfen und zu sterben. Und hier gibt es einen Kritikpunkt am Konzept der Gedenkstätte, es ist ein Mahnmal für alle Deportierten, für die, die aufgrund ihrer Religion verschleppt und ermordet wurden und auch für die gefangen genommenen Widerstandskämpfer. Die jüdischen Verbände hätten sich hier eine größere Differenzierung gewünscht. 
Wer Notre Dame besucht, was im Moment, da ich das schreibe fast unmöglich ist, denn ein Feuer am 16.4.2019 hat die Kirche so schwer beschädigt, dass der Innenraum nicht betreten werden kann, dem lege ich sehr ans Herz, diese Gedenkstätte zu besuchen. Wir dürfen nicht vergessen.

































 Near the cathedral Notre Dame at the Île de la Cité is another shrine, also for martyrs, but not for people who decided on their own free will to stand up for their conviction even until death, but for people who have been taken away from their homes, working place, social life and in the end from their life at all by other people. It’s the memorial for the martyrs of deportation - Mémorial des Martyrs de la Déportation and is dedicated to the, mostly Jewish people, which were deported from France between 1941 and 1944. I have been here often, but the museum was closed every time. My parents have been here in 2000 and it made a deep impression on them.
Now we are here and enter the white concrete building via steep and small stairs and reach a sculpture that looks like closed portcullis, in general is density and darkness or light-thrifty the main theme here. In the entry hall a map explains the number of deported people from each Département of France and the places where they have been taken to. 
The exhibition is spare with items but impressive with words, there are art works made by the deportees and the tomb of an unknown victim from the concentration camp Natzweiler-Struthof, who was brought here in place of all the victims. The heart of the memorial is a hall way with 200.000 glowing glass sticks, like lights of life for the countless numbers of victims. 
Through another narrow and high stair we leave the museum again, and while entering one got the impression, that one leaves the normal life, normality at all, get a short glimpse of sky and water but already through bars before one leaves forever and most of them without a trace, do we now feel like going back into our world, a world of peace, freedom, democracy and wealth. Places like this always bring to my mind how privileged I live, just like that, because the coincidence of birth led me into this place at this time. 
The people back then haven’t been that lucky or they decided, like the above mentioned martyrs, to fight for their believe and even die for it. And that’s why there is some criticism about the concept of the memorial, it’s a place to remember for all the deportees, regardless of the reason of the deportation. The Jewish community wished there would be more segmentation about the reasons, about being a victim because you are Jewish and being murdered because you fought against the system. 
To those, who visit Notre Dame, what is not so easy nowadays, because I’m writing after the fire from April 16th 2019, what destroyed the roof and the church can’t be visited from the inside, I entrust this place to you, because we must not forget. 

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