Samstag, 17. Oktober 2015

Der feurige Berg - Stromboli - the fiery mountain

Nach einem entspannten Vormittag machen wir uns wieder auf den Weg zum Microhafen, heute geht es zum Ort meines Begehrens, zum Stromboli. Zu dem Berg, der für meinen Sommerurlaub im September verantwortlich ist. Wir fahren nachmittags los und kommen spät zurück, denn nur im Dunkeln sieht man, wenn der Stromboli Feuer speit.

Zuerst fahren wir nach Panarea, eine kleinere Insel, die auf dem Weg zum Stromboli einfach so im Meer herumliegt. Dort gibt es ein prähistorisches Dorf aus der Bronzezeit, das der Reiseführer für unbedingt besichtigungswert hält. Man kann mit dem Taxi hinfahren, sich alles ansehen, zurückfahren, dauert etwas mehr als eine Stunde. Als wir im Hafen anlegen, ist es 11 Uhr, zurück auf dem Schiff sollen wir um 12 Uhr sein. Äh, wie jetzt? Also bleibt nur Zeit für die Uferstraße am Hafen. Panarea ist schick und bedeutungslos, hier haben die Reichen und die Reichen und Schönen sich Sommerhäuser bauen lassen. Damit man sieht, dass sie reich sind, gibt es viele Boutiquen, in denen man schöne und teure und schön teure Sachen kaufen kann. Ach so, und ich habe Gelato auf sizilianisch gegessen, Eis im Milchbrötchen, irgendwie seltsam, aber durchaus lecker. Als wir zurück an Bord gehen, sehen wir auch, warum wir Panarea angelaufen sind, unsere Reisegruppe ist plötzlich viermal so groß. Egal, los geht's. Wir müssen zum feurigen Berg und die Klüfte finden, die das Feuer spukt.

Hier wieder ein Dank an unseren großartigen Kapitän und seine grandiosen Fahrkünste (keine Ahnung, ob man das so sagt, bestimmt gibt es irgend einen nautischen Begriff, der mir nicht geläufig ist). Bevor wir zum Stromboli kommen, passieren wir gigantische Felsen, die aus dem Wasser ragen und an deren Schichtaufbau man gut erkennen kann, wie immer wieder Magma abgelagert wurde und erkaltet ist, viele, viele Male. Und, aus irgend einem Grund leben keine Vögel auf den Felsen. Vielleicht meiden sie Umgebung des Stromboli. Tiere sind sensibler als Menschen, mag sein, sie haben keine Lust, regelmäßig durchgeschüttelt zu werden.

Es ist später Nachmittag als wir auf Stromboli an Land gehen. Auch hier gibt es einen schwarzen Strand und die üblichen Buden mit Souvenirs, die ignorieren wir und machen uns auf, die Insel zu erkunden. Wir kommen an riesigen Kakteen, die jede Menge Früchte tragen vorbei und Herbert demonstriert uns, warum man Kaktusfeigen nicht einfach so barfuß anfasst, das piekt und macht aua. Und gelohnt hat es sich auch nicht, denn die Früchte waren nicht reif. Wir wandern noch ein wenig parallel zur Uferstraße in Richtung Strombolicchio, einem unbewohntem Inselchen, auf dem nur ein Leuchtturm steht. Das ist der ursprüngliche feste Kern des Vulkans. Anschließend nehmen wir eine der Tsunami-Evakuierungsrouten ins Landesinnere. Es geht querfeldein und steil bergauf mit uns und dann gelangen wir auf eine Piazza und haben einen tollen Ausblick aufs Meer und auf den Weg, den wir gerade gekommen sind. Hier gibt es die Kirche San Vinzenzo, die 150 Meter über dem Meer thront und ein recht stattliches Gotteshaus für eine Gemeinde von ca 500 Einwohnern ist. Die Kirche ist schlicht, hat in ihrer Gestaltung etwas von naiver Malerei und doch etwas anrührendes.

Aber genug Kultur, wenden wir uns den Basics zu: wir gehen essen. Es gibt lecker Meeresfrüchte und Pizza und Pasta, und Nora teilt ihre Tintenfischringe mit einen kleinen Kater, der sich zu uns an, naja, neben den Tisch gesetzt hat. Jeden Tag eine gute Tat. Wir schauen noch etwas dem Sonnenuntergang zu, kurbeln die örtliche Ökonomie an, indem wir Souvenirs kaufen und dann schnell zurück aufs Schiff. Wir fahren aufs Meer zurück und umrunden die Insel, um einen guten Blick auf das Feuer zu haben und dann....passiert mal nix. Aber es gibt einen phantastischen Sternenhimmel, und neben uns sitzt jemand mit einer App auf dem Smartphone, die alle Sternbilder erkennt. Was es nicht alles gibt.

Aber eigentlich wollten wir den Stromboli in Aktion erleben. Allein der Stromboli scheint andere Pläne zu haben und macht nichts. Der Käpt'n meint dann, der alte Mann würde schlafen und wir sollten nach Hause fahren und dasselbe tun. Und just als er abdreht, gibt es den ersten Feuerschein. Und es gibt Aaahh und Ooh und Applaus und dann legt er sich aber ins Zeug und spukt noch zweimal. Wobei, wer eine spektakuläre Eruption erwartet hat, hat das Schauspiel wahrscheinlich übersehen. Es sah er aus, als ob jemand an einer riesigen Zigarre zieht, also ein riesiger Riese mit einer Riesenzigarre im Dunkeln und wir haben das Aufleuchten der Glut gesehen.

 

 

We had a very relaxed morning and than went to our micro port, today we are on the way to the place of my desire, to Stromboli. To the mountain which is responsible for my summer holidays in September. We start our tour in the afternoon and will be back late in the night, because only when's it's dark you see the fire of the Stromboli.

First we go to Panarea, a small island on our way, just laying around there in the sea. There is a prehistoric village from the bronze period, which the travel guide book highly recommend to visit. You should take a taxi to go there, walk around a bit and go back to the port and it will take about one and a half hour. We reach Panarea at 11am and will leave at noon. Whaaat? So there is only time for a stroll at the coast road. Panarea is posh and without any meaning. The rich and the rich and beauty did built their houses there to show how rich they are. There are many shops selling expensive and nice and nice expensive things. Oh, yes, I had gelato in the Sicilian way, ice cream in a soft roll, a bit strange, but somehow tasty. When we came back to our ship, we learned why we had to come here, our travel group is now four times bigger now. Anyway, we have to go to the fiery mountain and see the chasm, where the fire is.

And a major shout out to our captain for his grandiose driving skills (no idea, if one says so, there is probably a nautical term I do not know). Before we reach Stromboli we pass giant rocks in the sea, made of layers and layers of cold magma, so one can see how the vulcans do create landscape. Interesting, there are no birds living on those rocks. Maybe they avoid the area around Stromboli. Animals are more sensitive then humans and could be, they don't wanna be shaken that often.

It's late in the afternoon, when we take our shore leave at Stromboli. Here too is a black beach and the obligate stalls of souvenir traders. We ignore them both and go along to explore the island. We come along giant cacti and here Helmut is demonstrating us why you never should touch a prickly pear barefoot. It's piercing and outch. And it was not worth it, because the fruit wasn't mellow. We keep walking along a way parallel to the coast road in the direction of Strombolicchio, a small uninhabited island with only a lighthouse on it. The original core of the vulcan. Then we followed the tsunami evacuation route straight across country and on top to a hill and reached a piazza with a church and a grand view over the sea and the way we just took. The church here is San Vinzenzo, sits enthroned 150 meters high over the sea and is a quite impressive building for a community of about 500 people. The church is simple, the decorations reminds me a bit of naïve art, but kind of touching at the same time.

But enough with culture, off for the basics now. Let's eat. There is tasty seafood, pizza and pasta and Nora is sharing her calamari with a small tomcat, who took a seat at, ok, near our table. A good deed each day. We watched a bit sunset and boosted the local economy by buying some souvenirs and then back to our boat. We turned back to the sea and to the other side of Stromboli to have a good view onto the fire and .....nothing. But there is a beautiful starry sky above us and our neighbors at the boat got an app on their smartphone which tells all the constellations. Interesting stuff, seriously.

But in first place we came here to see the fire of Stromboli, but the Stromboli seems to have other plans and is doing nothing. The capt'n said, the old man sleeps already and we should go home and do the same. And just the moment he turned around, the first glow of fire was to be seen. And there were a lot of aaahh and oohs and applause and than he got motivated and was firing two more times. But those, who expected a big eruption, could easily have missed the spectacle. It looks like someone was smoking a cigar, a gigantic giant who smokes a gigantic cigar and we saw the flash of blaze in the dark.

 

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