Sonntag, 18. September 2016

Kirchentag in Köln - The Day of Churches in Cologne

Mein Hotel ist diesmal am Rand der City, am Mauritiuskirchplatz. Schönes Hotel, guter Service, freundliches Personal und man kann den ganzen Tag baden, denn es gibt eine Therme im Haus. Sehr empfehlenswert. Aber das nur nebenbei. Also, der Mauritiuskirchplatz, da gibt es die Maurituiskirche, aber von der fehlt die Hälfte. Köln wurde im letzten Krieg schwer getroffen, eines der Bilder, die ich am Dom gemacht habe, zeigt das sehr deutlich (http://fraumb-far-far-away.blogspot.de/2016/09/koln-am-rhein-cologne-at-rhein-river.html). Die Kirche hat eine lange und wechselvolle Geschichte, erstmals erwähnt wurde sie im 12.Jahrhundert als Klosterkirche. Die Kirche, die wir heute sehen, ist eine Kombination aus neugotischem Turm aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und einem Neubau aus den späten 50ern des letzten Jahrhunderts, denn das Mittelschiff wurde durch Bomben 1944 völlig zerstört. Neben dem Neubau gibt es eine Art Garten oder Grünanlage und außerdem betreibt die Kirche ein Café. Leider war nicht geöffnet, so dass ich mir den Innenraum nicht ansehen konnte. Außerdem kann man nach Anmeldung den Turm besteigen. Aber bestimmt gibt es mal wieder ein Konzert in Köln.
Die nächste Kirche, die ich finde ist nicht wirklich unauffällig, aber trotzdem leicht zu übersehen. Vielleicht liegt es daran, dass sie ein Teil der Fußgänger-Einkaufs-Zone ist und die Götter des Kommerz dem der Barmherzigkeit den Rang abgelaufen haben. Das Erste, das mir an der Antoninerkirche aufgefallen ist, war die Plakette im Boden, die vom Kirchenasyl der Romafamilien berichtet. Die Kirche selbst ist außen eher unspektakulär und innen wunderschön in ihrer Schlichtheit. Klare Formen, viel Licht und ein Engel. Ein schwebender. Von Ernst Barlach. Gefallen haben mir auch die einfachen Glasfenster, die fast farblos erscheinen, bis man sie aus der Nähe sieht und damit die Kreuzigungsszene im Altarraum in den Mittelpunkt rücken. Die Fenster stammen aus dem Jahr 1520 und waren früher alle bunt, sind aber während des Krieges zerstört worden. Nur die Kreuzigung blieb erhalten. Auch sehr schön die Skulptur des lehrenden Jesus aus dem Jahr 1931. Mein Highlight war der Taufstein aus dem 12. Jahrhundert, der älter ist als die gesamte Kirche und alles in ihr. Dieser Ort ist ein wundervolles Nebeneinander von alt und neu, von verschiedenen Stilen und Interpretationen christlicher Ideen, vereint in friedlicher Koexistenz. Geht doch! Auch hier gibt es wieder an Café an der Kirche. Mag ich irgendwie.
Jetzt besuche ich Martin, also die Kirche, die so heißt. Groß St. Martin. Und wow, ja, ist groß, oder wirkt groß, weil viel Raum und wenig Interieur. Aber bevor ich mich richtig umsehen kann, werde ich von einer freundlichen Dame in den Keller geschickt. Dort wären die Römer. Also, jetzt sind sie natürlich nicht mehr da, aber sie haben einen Sportplatz mit Badebecken hinterlassen. Im 1. Jahrhundert befand sich hier eine Palaestra, eine Art Sandplatz für Ringkämpfe und im Pool daneben konnten die Kämpfer sich abkühlen. Im 2. Jahrhundert dann entstanden hier Horrea, das sind Lagerräume, denn der Platz am Rhein wurde in römischer Zeit als Hafen genutzt. Ich steige wieder auf und komme zurück in die Jetzt-Zeit, also so ca 12. Jahrhundert. Zu dieser Zeit wurde die Kirche auf den Resten der römischen Vorgängerbauten errichtet. Natürlich erfuhr sie viele Umbauten und Veränderungen im Laufe der Zeit, wurde säkularisiert und im 2. Weltkrieg stark zerstört. Neugebaut wurde in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Es sind wenige Malereien oder Stuckarbeiten aus der Kirche erhalten geblieben, und so besticht sie durch ihre schmucklose Schlichtheit und erzeugt eine andere Art von Größe als der Kölner Dom. Auch hier haben mir wieder sehr die modernen Kirchenfenster gefallen. Die nette Dame am Verkauf meinte, es hätte viel Kontroverse ob dieser Fenster gegeben. Aber irgendwer meckert immer, und ich verstehe nicht, warum Kirchen in ihrer Einrichtung und Ausstattung in der Vergangenheit stehen bleiben sollen. Viele Gläubige sind moderne aufgeschlossene Menschen, die im Hier und Jetzt leben.
Auf Empfehlung eben jener Dame, mit der ich über die Kirchenfenster sprach, besuche ich noch St. Andreas, eine der zwölf romanischen Kirchen in Köln, wie St. Martin auch. Diese Kirche ist anders, als die beiden vorher besuchten, sie ist "kirchiger", hoch, schmal, eher düster. Es gibt hier noch mittelalterliche Wandmalereien, Bilderbücher sozusagen, da viele Menschen nicht lesen und schreiben konnten. Besonders auffällig ist die mit opulentem Blumenschmuck bedachte Rosenkranzmadonna im Mittelschiff. Und in der Krypta gibt es einen römischen Sarkophag mit den Gebeinen von Albertus Magnus, ein 1931 heiliggesprochener Kirchengelehrter des 13. Jahrhunderts. Im südlichen Querschiff befindet sich der Machabäerschrein (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Makkabäer), der ursprünglich als dem Machabäerkloster stammt und nach St. Andreas kam, als das Kloster 1803 aufgegeben wurde. Die Makkabäer sind vorchristliche Heilige, die den Märtyrertod erlitten, da sie an den jüdischen Gesetzen festhielten. Später wurden sie auch von den Christen verehrt, die ihre Reliquien erst nach Konstantinopel und später nach Rom brachten. Und die Glasfenster sind grandios, die alten und die neuen. Die Neuen sind wieder jene, die für Kontroversen sorgten. Sie stammen aus dem Jahr 1951 und erzählen aus dem Leben des heiligen Albert, der ein Universalgelehrter in seiner Zeit war. Wenn hohe Bildung mit Toleranz gepaart ist, dann würden ihm die Fenster bestimmt gefallen.
Köln ist so viel mehr als der Dom.




Sankt Mauritius









Antoninerkirche















Groß Sankt Martin
























Sankt Andreas













St. Alberts Grab - St. Albert´s grave







Machabäerschrein - Maccabean´s shrine














My hotel this time is at the edge of the city, at Mauritiuskirchplatz. Nice hotel by the way, good service, friendly staff, and you can have a bath the whole time, they do have a spa. Very recommandable. But back to Mauritiuskirchplatz, there is the Mauritius Church, but it lacks of a part of the building. Cologne was hit very hard by air raid in the last war, one of the pictures I took at the Cologne Dom place shows that very clearly (http://fraumb-far-far-away.blogspot.de/2016/09/koln-am-rhein-cologne-at-rhein-river.html). The church got a long and varied history. It was mentioned first in the 12th century as a minster. The church as we see it today is a mixture of a neo-gothic steeple from the second half of the 19th century and a new building from the 50s of the last century, because the nave was completely destroyed by bombs in 1944. Beside that new built part is a garden, or kind of green space and they run a coffee shop too. A bit pity it wasn't open, so I couldn't have had a look inside. Plus you can climb up the steeple after an application. But sure there will be another concert in Cologne somewhen.
The next church I see is not really nondescript, but easily to be overlooked. Maybe because it's located in the boulevard-shopping-area and the tin gods of commerce outstrip the God of compassion. First thing I recognised about the Antoniner Church was a badge on the ground talking about the community offering church sanctuary to two Roma families to avoid their deportation. The church itself is rather unspectacular from the outside and beautiful inside in its simplicity. Plain forms, much light and an angel. A hovering one. By Ernst Barlach. I liked much the modest stained-glass windows, which appear nearly colourless until you come closer, and channel the view onto the crucifixion scene in the middle of the sanctuary. The windows are from 1520 and have been all coloured in former time but were destroyed in the war. Only the crucifixion remained. Very lovely the statue of the Teaching Jesus from 1931 too, but my highlight was a baptismal font from the 12th century. Older than the church an everything in it. This place is a wonderful side by side of old and new, different styles and various interpretations of Christian ideas, united in peaceful coexistence. There we go! And again there is a café connected with the church. I do like that.
Now I go and see Martin, the church that is named so. Great St. Martin. And wow, it's huge, or at least it appears like that, because much space, less interieur. But before I can have a closer look and friendly lady sent me into the cellar. There were the Romans. That means, they aren't here anymore, but left a sports field and a pool. In the 1st century was here a Palaestra, a sandy field used for wrestling and in the pond beside the fighters could have cooled down. In the 2nd century Horrea were built here, kind of ware houses, because the river Rhein banks were used as a harbour in Roman times. I step back into present time, so around 12th century. In this time the church was built on the remains of old Roman buildings. Of course it faced many alterations and changes, was secularised and nearly complete destroyed in WWII. The reconstruction was done in the 70s of the last century. Very few murals and stuccos survived and so the church captivates with its plain simplicity and creates a different way of grandeur than the Cologne Dom. And again the modern designed stained-glass windows impressed me much. The lovely lady from the small shoppe told me, there were many controversies about those windows. But there is all time someone complaining, and I can't see why church buildings should stick in the past times. Many believers are modern open minded people, living in the now and here.
On recommendation of that lady I talked about the church windows with, I go and see St. Andreas, one of the twelve Romanesque churches in Cologne, like St. Martin too. That church is different from the two others I visited before, it's more "church-like", tall, narrow, more sombre. There are medieval mural paintings, like picture books, because back then only a few people could read and write. Very noticeable is the Rosary-Madonna and the opulent flower decoration around in the nave. And in the crypt you find a Roman sarcophagus with the mortal remains of Albertus Magnus, a church scholar from the 13th century who was canonised in 1931. In the southern transept is the Maccabeans Shrine (https://en.m.wikipedia.org/wiki/Maccabees), which belongs originally to the Maccabeans Monastery and came to St. Andreas after the convent was closed in 1803. The Maccabeans are pre-Christian saints who died as martyrs because they obey the Jewish law. Later in time they were adored by Christian believers too, who brought their relics first to Constantinople and then to Rome. And the stained-glass windows are gorgeous, the old ones and the new. The new ones again caused altercation. They are from the year 1951 and tell the story of St. Albert, who was a polymath in his time. If high education is accompanied by tolerance, then he surly may have liked the windows.
Cologne is so much more than the Cologne Cathedral.










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