Donnerstag, 31. Dezember 2015

Ein Rosengarten - Yachiyo City - A Rose Garden

Kriss, meine Freundin und Mutter meines Patenkindes, hat mir einen Rosengarten versprochen. Ich war schon mehrfach in Yachiyo City, aber weiter als bis zu ihrem Haus bin ich nicht gekommen und mehr als das Einkaufszentrum habe ich nicht gesehen. Liegt wahrscheinlich auch daran, dass es nicht so überwältigend viel zu sehen gibt, außerdem lenkt Lydia mich ab.

Diesmal zeigt sie mir ein Kleinod inmitten eines Steinmeeres, den Keisei Rose Garden. Viel gibt es nicht zu sagen, um so mehr zu sehen. Das Thema war diesmal deutsch-japanisch, was auch immer und passend dazu spielte ein japanisches Schulorchester deutsche Blasmusik. Aua! Also wir hätten auch noch Bach, Haydn, Beethoven, Schönberg (obwohl, der war, glaub ich, Österreicher) und auch gute neuzeitliche Musik. Aber plötzlich verstummte das Orchester und die Welt wurde schön - ein Meer aus Blüten, Farben, Duft. Rosen in allen Größen, manche winzig, viele gigantisch. Alle wunderschön. Und der Garten lässt einen vergessen, dass man sich im Zentrum einer riesigen Schlafsiedlung befindet und die Hochhäuser im Hintergrund sind eher passende Umrahmung für das Blütenmeer. Zum Abschluss gab es Cidre mit Rosengeschmack und Null Prozent Alkohol. Sehr lecker.

 

Kriss, my friend and mother of my goddaughter, promised me a rose garden. I have often been in Yachiyo City, but didn't get more far than to her place and haven't seen more than the mall. Maybe it's because, there isn't that much interesting to look at and Lydia diverts me all time.

This time she shows me a jewel amidst a stony ocean, the Keisei Rose Garden. There is not much to say about, but to see. The motto this time was German-Japanese whatever and therefore a Japanese school orchestra played German oompah music. Outch! We also have Bach, Haydn, Beethoven, Schönberg (no wait, he was from Austria, wasn't he) and really good music from the now time. But suddenly the orchestra went silent and the world became beautiful - an ocean made of blooms, colours and haze. Roses in all sizes, some tiny, many gigantic. All of them gorgeous. This garden makes you forget you are in a huge sleep-estate and the houses in the background seem more like a frame for the blooming carpet. At the end we had cider with rose taste and zero alcohol, very yum.

 

Mittwoch, 30. Dezember 2015

West-östlicher Garten - Kyu Furukawa Teien - West-eastern Garden

Ich bin mit Freunden zum Essen verabredet und habe noch Zeit, und da ich schon mal in der Gegend bin, schaue ich mal im Furukawa Garten vorbei. Der ist auch noch 20 Minuten geöffnet, bis 17 Uhr, dann ist Schlafenszeit.
Die Familie Furukawa besaß eine Firma gleichen Namen und hat mit Siemens zusammen das Jointventure Fuji-Electrics gegründet. Und damit alle sehen, das Jointventure auch anderswo geht, haben sie sich einen west-östlichen Garten anlegen lassen und eine westliche Villa bauen lassen, die innen auch östlich eingerichtet war.
Der Architekt war der Engländer Josiah Conder, der auch die Pläne für die St. Nicolai Kirche gefertigt hat (http://fraumb-far-far-away.blogspot.jp/2012/01/garten-schrein-tempel-kirche-garden.html). Man kann die Villa auch besichtigen, wenn man sich vorher anmeldet, und nicht, wie ich, kommt wenn das Personal schon im Feierabend-Modus ist. Also, kommt das auf die To-Do-Liste für spätere Besuche.
Hinter der Villa gibt es einen Rosengarten, symmetrisch, westlich und, weil Oktober in voller Blüte, die zweite im Jahr.
Daran schließt sich ein japanischer Garten an, gestaltet von Jihei Ogawa, einem berühmten Gartenbauer aus Kyoto. Hier gibt es einen Teich in Form des Kanjis für Herz, Koikarpfen, steinerne Laternen, einen trockenen Wasserfall, kleine Brücken und Asymmetrie, die perfekte Verbindung zwischen westlichem und japanischem Schönheitsempfinden.


Wer sich selbst und andere kennt,
Wird auch hier erkennen:
Orient und Okzident
Sind nicht mehr zu trennen.
(Johann Wolfgang von Goethe aus West-östlicher Divan)

Nach 1945 wurde die Furukawa Zaibatsu liquidiert, die Familie gab Haus und Garten auf, das Grundstück fiel an die Stadt, der Garten wurde öffentlich zugänglich gemacht, aber die Villa verfiel. 1983 begann die Ōtani-Stiftung mit der Renovierung. Diese dauerte sechs Jahre, und es war hilfreich, das in einem Verschlag unter der Treppe noch Originalbaupläne gefunden wurden. Gut, dass es Leute gibt, die nie nichts wegwerfen. Außerdem gibt es hier ein Café und lecker Kuchen. Also dann, bis bald.



I'm appointed with friends for dinner and I still have time. I´m already here in this area, so why not going and see the Furukawa garden. It's still open for about 20 minutes, then it will be 5pm, bedtime.
The Furukawa family was the owner of a company with the same name and created together with Siemens the joint venture Fuji-Electrics. And to make sure, anyone will see, that joint venture works in any way, they let build a west-eastern style garden and a western style villa with eastern interior.
The architect was the English Josiah Conder, who also drew the plans for the St. Nicholai Church (http://fraumb-far-far-away.blogspot.jp/2012/01/garten-schrein-tempel-kirche-garden.html). You can see the villa even from the inside, but after previous registration, not after, like me, coming at a time when the staff is already at stand-by mode. I'm putting it on my to-do-list for next time.
Behind the villa is a symmetrical western style rose garden, and, because it's October, fully blooming, the second time this year.
Than you reach a Japanese garden, designed by the famous garden architect Jihei Ogawa from Kyoto. Here is a pond shaped like the kanji for heart, stone lanterns, small bridges, koi carps, a dry waterfall and asymmetric, the perfect symbiosis of western and eastern sense of beauty.


Wer sich selbst und andere kennt,
Wird auch hier erkennen:
Orient und Okzident
Sind nicht mehr zu trennen.
(Johann Wolfgang von Goethe aus West-östlicher Divan)
(The one who knows himself and other, will realise here too:
Orient and Occident can not be separated anymore)
  

After 1945 the Furukawa Zaibatsu was liquidated and the family left house and garden and it came to the city, the garden was opened for the public, but the villa decayed. In 1983 the Ōtani foundation started the renovation. It took six years and it was helpful, that original blueprints were found in a closet under the stairs. Yay for people who never throw away anything. Plus they have a cafe here and cake, yummy. See you soon, bye.